Das Partyfloss beim Bellevue ist weg. Es hat die alte Idee eines Restaurants im Seebecken neu angestossen. Pläne für ein solches Vorhaben liegen in Zürich seit Jahrzehnten brach. Die verantwortlichen von Stadt und Kanton Zürich schieben sich gegenseitig den Ball zu.
Was braucht es eigentlich um an „heiklen Orten“ (Peter Noser, stellvertretender Direktor im Amt für Städtebau; Tagesanzeiger v. 7.8.08 ) längerfristige Projekte realisieren zu können? Momentan ist nicht die Zeit dazu, könnte man meinen. Lieber wird eine Studie verlangt und das Tempo rausgenommen – mit der leisen Hoffnung, dass sich das Problem mit der Zeit von alleine löse. Und der Gewissheit, zumindest keine Fehler begangen zu haben. So werden höchstens mal Provisorien bewilligt, die oft länger halten, als versprochen. Aber das haben Provisorien so an sich.
Offenbar ist die Dringlichkeit solcher Projekte momentan zu gering. Sicher würde Zürich von guten architektonischen Lösungen für diese „heiklen Orte“ profitieren. Aber weder Stadt noch Kanton sind darauf angewiesen. Der Schuh drückt zur Zeit wo anders. Nicht wie damals in Luzern, wo sich alle einig waren, dass die Stadt dringend in Ihr touristisches und kulturelles Angebot investieren muss – denn davon und fast nur davon lebt sie schlussendlich. So konnten sich alle Beteiligten in Luzern hinter ein KKL Projekt stellen und liessen es nicht zum Spielball unterschiedliche Interessen verkommen. Auch das Zürcher Kongresshaus enstand in einem völlig anderen politischen Umfeld. Ohne die speziellen Bedingungen der „Landi“ und den Unsicherheiten dieser Zeit, wäre der Bau damals wohl nicht so reibungslos realisiert worden.


