Ende September können die Klotener Stimmbürger über die Neugestaltung ihres Stadtplatzes abstimmen. Das von Stadtrat und Parlament widerstandslos genehmigte Projekt stösst nun wegen der geplanten Beton-Überdachung plötzlich auf Kritik.
Politiker aus allen Parteien, Vereinspräsidenten und Gewerbler rühmen das Projekt als finanziell ausgeglichen und ideal. Nachdem es zunächst so ausgesehen hat, als ob die Vorlage widerstandslos die Volksabstimmung bestehen würde, manifestiert sich nun zaghafter Widerstand. Stein des Anstosses: das Beton-Dach. Die Projektverantwortlichen zeigen sich darüber überrascht.
Vielleicht haben sie vergessen, dass Emotionen häufig sachliche Argumente verdrängen. Und Beton ist pure Emotion. Er lässt in den Köpfen der Leute – noch immer – die schlimmsten Bilder aufleben. Die Infrastrukturbauten der 60er und 70er-Jahre haben, nicht nur in der Landschaft, tiefe Spuren hinterlassen. Das Image von Beton hat sich ausserhalb der Fachwelt nicht wirklich verbessert. Daran konnten auch die unzähligen faszinierenden Bauwerke aus diesem Baustoff nichts ändern.
Sollte es den Promotoren nicht gelingen ebenfalls emotional zu kommunizieren, bleibt der Beton ein – gewichtiges – Gegenargument.



3 Kommentare
26. Juli 2008 um 16:30
Zum Dach des zukünftigen Stadtplaz von Kloten.
Ich empfinde das Dach nicht als „Beton-Dach“ es ist lediglich ein Baustoff, der es ermöglicht eine so leichte und lebhafte Figur als Dach ohne Mittelstützen zu ermöglichen.
Die „dreidimensional“ geschwungenen Konturen lassen das Dach nebst der relativ dünnen Konstuktion wie eine zarte Wolke erscheinen!
Eine einzigartige und wuderbare Art Beton ansehnlicht zu formen.
28. Juli 2008 um 15:26
Hoffentlich läuft die Diskussion nun nicht auf einen „pro- und kontra-Beton“ Streit hinaus. Dabei würde die eigentliche Absicht der Stadt „ein attraktiver und nutzbarer Stadtplatz zu schaffen“ nur allzu schnell in den Hintergrund geraten.
2. Oktober 2008 um 11:18
[...] und dazu noch am See gelegen, sind neben Beton (siehe: “Beton – die pure Emotion”) grundsätzlich eines der stärksten Argumente in den Händen jeglicher Bauprojektgegner in der [...]