22. Juli 2008...7:51

Stolpersteine in der Kommunikation von Grossprojekten

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Kongresshaus Zürich, Modell

Kongresshaus Zürich, Modell

Neben der Finanzierung der Bauvorhaben, gewinnt die Begleitung der öffentlichen Meinungsbildung lange bevor die ersten Baumaschinen auffahren immer stärker an Gewicht. Kaum ein Tag vergeht, an dem die Medien nicht über Proteste und Einsprachen von Anwohnern oder anderen Interessenvertretern berichten. Nicht erst seit spektakulär gescheiterten Publikumseinrichtungen im Raum Zürich sind viele Investoren und deren Projektverantwortliche aus ihrem kommunikativen Tiefschlaf erwacht. Dem Dialog mit Interessengruppen, Verbänden und Politik wird von Beginn an vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt, die entsprechenden Vorbereitungen in den Projektablauf integriert. Und trotzdem: So manches Projekt scheitert an den immer wieder gleichen Stolpersteinen.

Stolperstein eins: Erstkommunikation

Einer der häufigsten Stolpersteine in der kommunikativen Begleitung von Grossprojekten findet sich schon vor deren ersten öffentlichen Bekanntmachung. Oft wird in der Erstkommunikation den direkt betroffenen Parteien nicht die angemessene Aufmerksamkeit gewährt oder einzelne Gruppen gehen ganz vergessen.

Stolperstein zwei: Einwegkommunikation

Die Kommunikation eines Bauprojektes muss sowohl die Ziele, die eine Bauherrschaft mit dem Projekt verfolgt vermitteln als auch auf alle Befürchtungen Antworten geben. Den einzelnen Anspruchsgruppen müssen – im Sinne einer Dialogorientierung – von Anfang an offen die Vor- und Nachteile kommuniziert werden. Reiner «Propagandismus» wird schnell als solcher entlarvt und bewirkt Opposition.

Stolperstein drei: Inhalte

Wesentlich bei der Auswahl und Formulierung von Botschaften ist die Tatsache, dass sachliche Argumente alleine keine Herzen gewinnen können. Gleiches gilt für Kostenargumente. Diese können zwar ein Projekt verhindern, ihm aber in den wenigsten Fällen zum Durchbruch verhelfen. Kernbotschaften müssen sich auf die wesentlichen Inhalte konzentrieren. Oft gerät die Kommunikation aus dem Ruder, weil sie sich in irrelevante Details zu verstricken beginnt. Diese können Oberhand gewinnen und die öffentliche Diskussion gar dominieren.

Stolperstein vier: Kommunikationsmittel

Nebst Medienkonferenzen, Fachartikeln, Behördendokumentationen, Broschüren oder Flugblätter bieten sich den Kommunikationsverantwortlichen zahlreiche sinnvolle innovative Möglichkeiten, zielgruppengerecht über das Vorhaben zu informieren und mit den einzelnen Anspruchsgruppen in den Dialog zu treten. Längst kommen Grossbauprojekte nicht mehr drum herum, eine stets aktuelle Internetsite zu betreiben und umfassend über das Projekt zu informieren.

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