3. März 2009

projectconsult.ch – Blog und Agentur ziehen zusammen

Öffentlichkeitsarbeit für Bauprojekte: www.projectconsult.ch

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Am Ende ging der Umzug doch viel einfacher und schneller als gedacht.  Für die technische Unterstützung und den perfekten Service bedanke ich mich bei Simon Köhler, Conpark

26. Februar 2009

Polizei- und Justizzentrum – 95 Millionen Mehrkosten

pjzhDie kantonale Baudirektion wird nächste Woche nach mehrjähriger Planungszeit das Baubewilligungsgesuch für das neue Polizei- und Justizzentrum einreichen, wie es am Donnerstag vor den Medien in Zürich hiess. Bevor gebaut werden kann, muss der Kantonsrat allerdings noch einmal über die Bücher. Die Regierung wird dem Parlament voraussichtlich im Herbst Zusatzkosten von 95 Millionen Franken beantragen.

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Eigentlich hatte der Kanton für die Weiterentwicklung des Projekts einen Sparauftrag des Parlaments. Daraus wurde nichts. Statt 50 Millionen Franken Minderkosten sind nun 95 Millionen Mehrkosten vorgesehen. Zusammen mit der Teuerung und inklusive Landkosten von 110 Millionen Franken führt dies zu neuen Gesamtkosten von 700 Millionen Franken, rund 160 Millionen mehr als ursprünglich geplant.

Glaubwürdigkeit bei Bevölkerung angeschlagen

Ob das Parlament die happigen Mehrkosten schluckt, bleibt abzuwarten. Das Fazit der Bevölkerung dürfte jedoch klar sein.  Nicht wenige Stimmen sprechen bereits von Irreführung des Stimmbürgers, der 2003 einem wesentlich bescheideneren Projekt zugestimmt hat. An der heutigen Medienkonferenz ist es dem Kanton jedenfalls nicht gelungen, die Mehrkosten in überzeugender Weise zu rechtfertigen.

23. Februar 2009

Award Marketing + Architektur 2008 – Ausstellung der Siegerprojekte

Freitag Store Zürich

Freitag Store Zürich

Bis zum 2. April 2009 sind am Institut gta der ETH Zürich die Gewinnerprojekte des «Award Marketing + Architektur 2008» ausgestellt. Der Preis zeichnet «hochwertige Corporate Architecture» aus.

Was darunter verstanden wird, zeigt sich am Beispiel des Siegersprojekts: der Freitag Flagship Store nimmt als Standort, Form und Ausführung den Kern der Firmenmythologie auf. In Anlehnung an die Freitag-Produkte, die aus umfunktionierten Lastwagenplanen hergestellt werden, ist der Turm aus 17 gebrauchten Überseecontainer gebaut. Wie jede Freitag-Tasche ist auch der Turm ein Unikat.

Bis zum 2. April im Institut gta (ETH Hönggerberg)

Bis zum 2. April zeigt das Institut gta die Siegerprojekte das «Award Marketing + Architektur» «Gute Corporate Architecture fasziniert Laien wie Fachleute und weckt nachhaltig Interesse für eine Firma oder Marke» erklärte Urs Bratschi, Initiator des Awards und PR-Mann, an der Eröffnung der Ausstellung. Damit dies gelinge sei ein erfolgreicher Dialog zwischen Bauherr, Unternehmer und Marketing Voraussetzung. Dass sich die Architektur und das Marketing dabei um die Führungsrolle streiten, darauf wies Philippe Carrard, Jurymitglied und Leiter des gta Ausstellungsbereich, in seiner Begrüssungsrede hin.

Alle Gewinner des Awards 2008

(Quelle: Hochparterre)

9. Februar 2009

Davos – Kongresszentrum wird ausgebaut

Hochparterre fasst die wichtigsten Abstimmungsresultate dieses Wochenendes zu Bauprojekten zusammen:

Die Gemeinde Davos kann den Ausbau des Kongresszentrums realisieren. «Der Souverän hat den Kredit über 37,8 Millionen Franken mit einem unerwartet hohen Stimmenverhältnis von 68 zu 32 Prozent genehmigt», schreibt die «Südostschweiz». Der Baustart erfolgt im April.

Die Mehrfachsporthallen Weissenstein finden in Bern und Köniz klare Zustimmung. Die gemeinsame, 23,6 Millionen Franken teure Anlage soll 2010 eröffnet werden. Mehr dazu im «Bund».

Mario Botta kann das Centro Esposizioni in Lugano nicht renovieren. Die Stimmbevölkerung hat den 3-Millionen-Kredit klar abgelehnt, berichtet der «Corriere del Ticino».

Am Rand des privaten Teils des Patumbah-Parks in der Stadt Zürich darf eine Überbauung erstellt werden. Selbst der Standortkreis 7/8 sagt mit 71,6 Prozent deutlich Ja, berichtet die «NZZ».

4. Februar 2009

Martelli oder Mauch – Last Minute Wahlempfehlung

martelli_mauch

Kandidatinnen Kathrin Martelli, Corine Mauch

Dieses Wochenende wählt Zürich die neue Stadtpräsidentin. Baupolitik ist eines der Schwerpunktthemen. Ich habe versucht eine Auswahl entsprechender Äusserungen der beiden Kandidatinnen, Kathrin Martelli und Corine Mauch, zusammenzutragen. Mit Ausnahme der Verkehrspolitik sind die Unterschiede nur in Nuancen festzustellen. Auffallend ist bei beiden Kandidatinnen, der Stellenwert des städtischen und genossenschaftlichen Wohnungsbaus.

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Wo soll das neue Kongresszentrum zu stehen kommen?

  • Martelli: Entscheidend ist, dass Zürich so rasch wie möglich ein attraktives, international konkurrenzfähiges Kongresszentrum bekommt. Mein Ziel ist es, in den nächsten Monaten den besten Standort dafür zu bestimmen. Die Diskussion ist eröffnet!
  • Mauch: Ich möchte den grossen Fehler des Stadtrats nicht wiederholen, den Standort ohne frühzeitigen Einbezug des Gemeinderats zu bestimmen. Jetzt geht es um eine breit abgestützte Standortdefinition.

Wie werden Sie das Problem Rosengartenstrasse lösen?

  • Martelli: Kurzfristig müssen wir die Entlastung durch den Uetlibergtunnel sichern. Zur langfristigen Entlastung will ich den Waidhaldetunnel vorantreiben. Dazu muss die Richtplan-Festlegung nochmals überprüft werden.
  • Mauch: Ich bin für die Volksinitiative, die auf der Rosengartenstrasse ein Tram führen will. Das Trassee reduziert die Strassenfläche auf die Hälfte und bietet vielen die Möglichkeit, auf den ÖV umzusteigen.

Wohnungsbau

  • Martelli: Als Stadtpräsidentin habe ich das Ziel, den jetzigen Anteil von 25 Prozent an städtischen und genossenschaftlichen Wohnungen in Zürich weiter zu erhöhen und damit vermehrt günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen zu können.
  • Mauch: Mein Ziel ist es, für zahlbare Wohnungen sorgen, damit Zürich eine durchmischte Stadt bleibt. Der genossenschaftliche und städtische Wohnungsbau wurde ungenügend gefördert. Die Wohnungsnot wurde so gravierender.

Stadtentwicklung:

  • Martelli: Zürich ist eine attraktive Stadt – nicht nur für uns Zürcherinnen und Zürcher, sondern auch für viele, die es gerne werden möchten. Das sorgt leider auch für einen angespannten Wohnungsmarkt. Mit mutigen neuen Projekten konnten wir in jüngster Zeit viele neue Wohnungen ermöglichen – oft gegen Widerstand von links. Diese Politik will ich als Stadtpräsidentin noch entschlossener weiterführen. Und ich will Schlüsselbauten weiter vorantreiben, die das Gesicht und die Ausstrahlung unserer Stadt prägen. Damit auf den Letzigrund und den Stadtraum HB bald auch der Swiss Prime Tower in Zürich West, die Erweiterung des Kunsthauses und ein neues Kongresszentrum folgen.
  • Mauch: Mit den vielfältigen Themen der Stadtentwicklung beschäftige ich mich seit Studienzeiten, als Stadtpräsidentin werde ich mich auf diesem Gebiet also mit speziellem Engagement einbringen. Die dynamische Entwicklung Zürichs in den letzten Jahren hat auch Verunsicherungen hervorgerufen. Gewiss ist es für die Stadt wichtig, dass etwa der zukünftige Kunsthaus-Erweiterungsbau nicht ein 08/15-Projekt wird. Aber die alltäglichen Bedürfnisse der Zürcherinnen und Zürcher dürfen darob auch nicht vergessen werden. Die Quartiere sind wieder stärker in die Stadtplanung einzubeziehen, und in einem Stadtforum ist beispielsweise der Frage nachzugehen, wie die Leute eigentlich am liebsten wohnen würden. Schliesslich wollen wir uns in unserer Stadt nicht nur sicher, sondern auch wohl fühlen.

Lesen Sie auch: Kongresshaus Zürich – Bleiben wir realistisch?

2. Februar 2009

Zürcher Kalkbreite-Wettbewerb: Öffentliche Jurierung

158 Architekturbüros hatten sich am Projektwettbewerb für Genossenschaftlichen Wohnungsbau auf dem Zürcher Kalkbreiteareal im Kreis 4 angemeldet. Dass nur 55 Büros abgegeben haben, wird im Blog von Hochparterre auf die fast unlösbaren Aufgabe zurückgeführt . Um Genossenschafterinnen und Genossenschaftern sowie interessierten Kreisen einen Einblick in den Jurierungsprozess zu ermöglichen, wird die Beurteilung der Projekte wird durch das Preisgericht öffentlich durchgeführt.

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Interessierte sind als Zuhörende an den Sitzungen des Preisgerichts willkommen. Sie können an der Diskussion jedoch nicht teilnehmen. Die Teilnehmenden am Wettbewerb und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben diesen öffentlichen Beurteilungen fern zu bleiben, da unter allen Umständen die Anonymität der Arbeiten gewahrt bleiben muss.

Jurierung 1. Teil: Mittwoch, 4. Februar 2009 (9–12 Uhr, 14–17 Uhr)

Jurierung 2. Teil: Donnerstag, 5. Februar 2009 (9–12 Uhr, 14–17 Uhr)

Jurierung 3. Teil: Donnerstag, 26. Februar 2009 (9–12 Uhr, 14–17 Uhr)

Jurierung 4. Teil: Freitag, 27. Februar 2009 (9–12 Uhr, 14–17 Uhr)

Ort der öffentlichen Beurteilung: Ausstellungsraum Hallenbad Oerlikon, Wallisellenstrasse 100, 8050 Zürich-Oerlikon.

26. Januar 2009

Stadt Zug – neue Fachstelle für Stadtentwicklung und Stadtmarketing

Die Stadt Zug hat eine neue Fachstelle für Stadtentwicklung und Stadtmarketing geschaffen. Diese Stelle soll die Basisarbeit für die verschiedenen Departemente leisten. Die Leiterin der neuen Fachstelle wird ab dem 1. Februar Regula Kaiser, die bisher im Baudepartement tätig war.

Dialog fördern

Die Stadtentwicklung versteht sich als eine Koordinationsstelle zwischen den verschiedenen Departementen und soll die Zusammenarbeit mit Nachbarschaften, Interessensgruppen in der Stadt Zug fördern. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing ist zudem eine enge Zusammenarbeit mit Zug Tourismus geplant.

19. Januar 2009

Kongresshaus Zürich – Bleiben wir realistisch?

Visionen Leitbild Seebecken (West8 Architekten)

Visionen zum Seeufer Stadt Zürich ("Stadt am Wasser"; Team West8)

Seien wir realistisch. Der Neubau für ein  grosses Kongresshaus in der Stadt Zürich wird – wenn überhaupt – nicht vor 2020 realisiert.  So und nicht anders sind die aktuellen politischen Signale zu deuten. Niemand will sich momentan die Hände verbrennen, schon gar nicht die städtische Hochbauvorsteherin, die Stadtpräsidentin werden will. Es herrscht die eigentliche Ratlosigkeit. Standorte werden am Morgen lanciert und schon am selben Abend wieder begraben. So geschehen mit dem Vorschlag für ein Kongresshaus neben der Universität. Vielleicht gut so. Zürich ist für den nächsten Schritt Stadtentwicklung noch nicht bereit.

Von 1882 bis 1887 wurden unter der Leitung des damaligen Stadtingenieurs Arnold Bürkli (1833 -1894) entlang dem Seeufer Land aufgeschüttet und eine durchgehende Uferpromenade mit Alleen, Wiesen und Parks eingerichtet. Bürkli hat das Zürcher Seeufer den aktuellen Bedürfnissen nach Hygiene, Verkehrserschliessung und Platzbedarf angepasst und komplett neu gestaltet. Im heutigen Umfeld wäre dies wohl nicht mehr möglich. Obwohl der General-Guisan-Quai (damals „Alpenquai“) heute längst nicht mehr die Flaniermeile ist, als die sie Bürkli entworfen hatte, gilt die Uferanlage als sakrosankt.

guisan-quai-alt-neu

Die Atmosphäre des stadtnahen Uferraumes, ehemals von Bürkli als Flaniermeile geplant (links), wird heute von starkem Verkehrsaufkommen gestört.

So hatten sich die Teilnehmer am Kongresshaus-Wettbewerb auf die Parzellen hinter der Strasse zu beschränken. Beim vorgegebenen und wohl sinnvollen Raumprogramm konnte nur ein unbefriedigendes Projekt entstehen, das von den Zürcher Stimmbürgern auch abgelehnt wurde.

Neue Visionen für das Seebecken

Dieses Jahr wollen Stadt und Kanton Zürich ihr Leitbild Seebecken veröffentlichen. Bereits 2004 durften einige ausgewählte Büros ihre Visionen_zum_Seeufer präsentieren. Interessant ist der Beitrag der holländischen Landschaftsarchitekten vom Team West 8. Mittels ihren Eingriffen wollen sie die Stadt (wieder) an den Uferrand zurück bringen und damit die Idee der Flaniermeile am See, ohne Verkehr (Lärm und Gestank) wieder erwecken.

General-Guisan-Gracht (Team West8)

General-Guisan-Gracht (Team West8)

Das Ufer wird um ca. 60 m Richtung See verschoben. Der Stadt werden Baublöcke mit Innenhöfen vorgelagert. Das Strassenprofil ändert sich, denn der Durchgangsverkehr entlang des Ufers wird durch einen Tunnel unterhalb der neuen Uferpromenade geleitet. Durch die Verminderung des Verkehrs kann ein städtischer Raum mit Seewasser, Baumreihen und Brücken entstehen, eine Atmosphäre wie sie Zürich schon an der Limmat hat. Variierte Bebauung mit unterschiedlichen städtischen Funktionen reiht sich um diese Adresse. Die Stadtstruktur wird geschlossen. Zusammen mit der Uferpromenade, den Innenhöfen und der introvertierten Gracht erhält Zürich ein neues Stadtviertel am Wasser. Die Gracht verbindet das Arboretum mit der Innenstadt und bringt den See in die Stadtstruktur. Das Bild der Bauten am Wasser erinnert an die Hotelzeilen am Vierwaldstättersee.

Die Stadt liegt direekt am See und wird nicht vo einer Verkehrsachse vom Ufer getrennt.

Die Stadt liegt direkt am See und wird nicht von einer Verkehrsachse vom Ufer getrennt.

Kongresshaus am Bürkliplatz

Am Bürkliplatz entsteht in der Verlängerung der Bahnhofstrasse Platz für ein Kongresshaus. Ein Aushängeschild für die Stadt Zürich.

Bloss, solche Projekte muss man wollen. Sie müssen von Persönlichkeiten, wie einem Stadtbaumeister Arnold Bürkli vertreten werden, die die Stadt weiter entwickeln wollen.

Im aktuellen Umfeld, werden Bauprojekte nur allzu gerne politisch instrumentalisiert. Die eigentliche Entwicklung der Stadt und eine echte Diskussion darüber gerät in den Hintergrund. Zürich ist eine schöne Stadt, mit anerkannter, hoher Lebensqualität. Wie leicht ist es, einfach alles beim alten zu belassen, weil scheinbar schon alles perfekt ist. Die Zeit ist noch nicht reif für den nächsten Schritt in der Zürcher Stadtentwicklung.

Städte verändern sich – gewollt oder ungewollt – der General-Guisan-Quai ist bestes Beispiel dazu. Das viel gelobte Seebecken in Zürich ist heute vor allem eine viel befahrene Strasse mit einigigen Bäumen und einer Quaianlage davor. Zürich hat es in der Hand, in Zukunft mehr daraus zu machen.

8. Januar 2009

Kongresshaus Zürich – Schnellschuss des Stadrates?

Heute morgen informierte der Zürcher Stadtrat über die Ergebnisse der neuen Standortevaluation für das Kongresshaus. Vom Ergebnis zeigen sich die Betreiber des heutigen Kongresshauses überrascht und enttäuscht. Die Betriebsgesellschaft wie auch die Kongresshausstiftung als Eigentümerin des Kongresshauses wurden anscheinend nicht in die Standorteevaluation einbezogen. „Mit dem Standortentscheid setzt der Stadtrat  den Kongressstandort Zürich mutwillig aufs Spiel“, schreibt Stephan Netzle, Präsident des Verwaltungsrates der Betriebsgesellschaft Kongresshaus AG in einer Medienmitteilung.

Mit dem Entscheid, den bisherigen Standort für ein Kongresshaus aufzugeben, fällt er den Bemühungen, die Stadt Zürich für Kongresse attraktiv zu machen, in den Rücken, schreibt die Betriebsgesellschaft Kongresshaus in ihrer Mitteilung. Man sei vom bisherigen Standort überzeugt und fordert den Stadtrat auf, seinen Schnellschuss zu überdenken. Den ablehnenden Entscheid für das Projekt Moneo schreiben die Betreiber nicht dem Standort zu. Insbesondere das schwer verständliche Grundstücksgeschäft mit dem Nachbarn für den Hotelbau oder die zurückhaltende Informationspolitik der Stadt hätten zum Abstimmungs-Nein geführt. Ebenfalls hätte das Projekt Moneo ästhetisch nicht überzeugen können. Die Analyse der Abstimmung vom November gibt den Kongresshausbetreibern recht.

Bereits nach dem Abstimmungsentscheid hatte man den schnellen Rückzug von Stadträtin Martelli beklagt (NZZ v. 3. Juni 2008 ) . Die Betriebsgesellschaft ist denn auch weiterhin überzeugt, dass der heutige Standort am See für ein Kongresshaus ideal sei und zum Erfolg des bestehenden Gebäudes beiträgt. Zu diesem Schluss kam der Stadtrat selber schon vor fünf Jahren.

Heutiger Standort am See ist ideal

Der plötzliche Sinneswandel führen die Kongresshausbetreiber auf mangelnde Standfestigkeit der Exekutive zurück und auf die Angst sich mit einem weiteren Anlauf die Finger nicht noch einmal zu verbrennen. Aber auch an den neuen Standorten dürfte ein Neubau weder einfacher noch günstiger zu realisieren sein. Zum Standort neben den Hauptgebäuden von Uni und ETH gibt es bereits ein Nein von Seiten der Uni-Direktion, die den Platz für den eigenen Ausbau beanspruchen. Auch der Kanton, als Besitzer des Areals, weist die Pläne der Stadt zurück. Im Masterplan sei kein Kongresszentrum vorgesehen. Deshalb wären eine Änderung des erst 2007 revidierten Richtplans und ein neuer Beschluss des Kantonsrats nötig.

Erstaunlich ist,  dass weder die Eigentümerin (Kongresshaus-Stiftung) noch die Betreibergesellschaft des heutigen Kongresshauses in den Standortentscheid mit einbezogen wurden. Es stellt sich somit die Frage, was mit dem bestehenden Kongresshaus geschehen soll? Auch auf der der Seite, die für den Erhalt des Häfeli-Moser-Steiger Baus gekämpft hatten, ist es ruhig geworden (siehe hier).

Die Betriebsgesellschaft fordert den Stadtrat auf, seinen Entscheid nochmals zu überdenken und die Möglichkeiten, die sich am heutigen Standort bieten, sorgfältiger abzuklären. Sie ist überzeugt, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger einem mutigen Neubauprojekt mit direktem Zugang zum See ihre Zustimmung nicht verweigern würden.

Medienmitteilung Betriebsgesellschaft Kongresshaus

8. Januar 2009

Kongresshaus Zürich – die Lehren gezogen?

Geprüfte Standorte; Bild Stadt Zürich

Geprüfte Standorte; Bild Stadt Zürich

Nach der Abstimmungsniederlage am 1. Juni 2008 hat die Stadt Zürich versprochen, sich schnell auf die Suche nach alternativen Standorten zu machen. Heute Donnerstag hat der Zürcher Stadtrat in einem Communiqué mitgeteilt, dass Zürich einen neuen Kongressort innerhalb der Stadt in der gleichen Grössenordnung wie das abgelehnte Projekt braucht und deshalb Ende des letzten Jahres verschiedene alternative Standorte diskutiert worden seien. Neben dem häufig genannten Kasernen-Areal bringt der Stadtrat zwei weitere Standorte ins Spiel: das Geroldareal beim Bahnhof Hardbrücke und ein Areal neben dem Hauptgebäude der Universität Zürich.

Aus einer engeren Auswahl von sieben Standorten schlägt er nun vor, drei Varianten vertieft zu prüfen: Das Kasernenareal, das Geroldareal beim Bahnhof Hardbrücke und das Areal neben dem Hauptgebäude der Universität Zürich im Hochschulgebiet Zürich Zentrum. Die vorgeschlagenen Standorte seien bereits der gemeinderätlichen Kommission des Hochbaudepartements präsentiert worden, heisst es weiter. Neu ist insbesondere der Standort im Hochschulgebiet. Im Masterplan für dieses Gebiet,  hat der Regierungsrat des Kantons Zürich 2006 seine Ziele für dieses Gebiet definiert: Auf der Hochschulkante soll eine dritter «Kronenbau» neben ETH und UNI enstehen. Zusammen mit dem erweiterten Kunsthaus am Heimplatz sowie der Realisierung urbaner Freiräume soll eine attraktive Bildungs- und Kulturmeile realisiert werden.

Die Lehren gezogen?

Beim abgelehnten Kongresshaus Projekt, das die Stadt Zürich mit privaten Investoren realisieren wollte, war unter anderem der nicht ausreichende Einbezug des Parlaments kritisiert worden. Das sei eine der Schwierigkeiten des gescheiterten Projekts gewesen, dem Stadtrat sei daher wichtig, Parlament und Öffentlichkeit frühzeitig einzubeziehen, sagte Urs Spinner, Sprecher des Hochbaudepartements, gegenüber 20 Minuten. Im Frühling 2009 wird der Stadtrat beim Gemeinderat deshalb einen einen Kredit beantragen um die Projekte vertieft zu prüfen und einen öffentlichen Diskurs (Echoraum) zu lancieren. Resultate aus der Analyse sollen der gemeinderätlichen Kommission anfangs 2010 vorgelegt und mit Vertreterinnen und Vertretern der Öffentlichkeit breit diskutiert werden. Aufgrund dieser Diskussionen will der Stadtrat dem Gemeinderat 2010 einen Projektierungskredit für die Durchführung eines Architekturwettbewerbs beantragen.

Inzwischen haben sich jedoch die Betreiber des bestehenden Kongresshauses mit einer Mitteilung an die Medien gewandt. Anscheinend wurden weder die Betriebsgesellschaft noch die Kongresshausstiftung, als Besitzerin des Kongresshauses, in den neuen Standortentscheid mit einbezogen.  Der Entscheid des Stadtrates wird denn auch als Schnellschuss bezeichnet. (Kongresshaus Zürich – Schnellschuss des Stadtrates?)

Legende zum Bild:
Auswahl der geprüften Standorte: 1 Gerold-Areal, 2 Kasernen-Areal, 3 Hochschulgebiet, 4 Seeufer Bürkliplatz, 5 Seeufer Enge, 6 Seeufer Kibag Areal, 7 Seeufer Tiefenbrunnen

Communiqué des Stadtrates

Lesen Sie auch: Kunsthaus Zürich – Das Ende für den “Wow”-Effekt?